14. Mai 2001 [FUWO-Ausgabe 20 - 2001]

Säule in der Abwehr

Wo findet man heute noch einen Spieler, der nie seinen Verein gewechselt hat. Und an der Schwelle zum 30. Lebensjahr steht? Steffen Moritz von Blau - Weiss Hohenschönhausen ist so einer. Der vollendet in diesem Jahr das dritte Lebensjahrzehnt, spielt Libero und ist wegen seiner sportlichen Qualität und charakterlichen Eigenschaften zurecht auch der Kapitän. Steffen Moritz, dessen jüngerer Bruder Christian derzeit seinen Wehrdienst ableistet, ist die Zuverlässigkeit in Person, dabei auch einer von den unauffälligen Spielern. Er hat noch nie eine ernsthafte Verletzung davongetragen, ist im und außerhalb des Spielfeldes immer im rechten Moment an der rechten Stelle. Sein Trainer Dietmar Labes schätzt ihn deshalb besonders und ist überzeugt: "Wir brauchen solche Spieler, um unsere junge Mannschaft zu stabilisieren. Wenn die Jungs bei der Stange bleiben, dann werden wir in der nächsten Saison angreifen. In diesem Jahr sind wir mit dem sechsten Rang zufrieden. Aber da ist in Zukunft mehr drin." Steffen Moritz ist schon mit 17 Jahren in die erste Männer aufgerückt. Zuvor hat er alle Stationen im Jugendbereich durchlaufen. Er hat als zentraler Deckungsspieler stets einen Blick für die Situation, und ist mit seinen nur 1,76 auch erstaunlich kopfballstark. Der gelernte Mess- und Regelungstechniker ("Die Firma ging nach der Wende pleite") fährt heute einen schweren Container-Transporter in einem Privatbetrieb. "Die Auftragslage ist gut, der Arbeitsplatz o.k." Mit seiner Lebensgefährtin Kerstin hat Steffen einen vierjährigen Jungen. Sie ist Justizangestellte bei der Staatsanwaltschaft, Steffen also immer in "sicheren" Händen.



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