hinten v. links: Stefan Kaul, Lars Kondla, Andreas Prang, Hartmut Arnold, Udo Nowak, Sebastian Lägel, Marco Schmidt, Steffen Moritz, Ingo Büchner (1.Vorsitzender), Heinz Brosy (Trainer)
vorn v. links: Christian Moritz, Bodo Nowak (Kapitän) Uwe Kirsch, Holger Gaertner, Jens Richter, Marco Löwe
Nur wenige in unseren Reihen hatten daran geglaubt, doch am 02. April 1996 wurde es wahr! Durch dem 2:1 Erfolg (nach Verlängerung) gegen den Verbandsligisten "Berliner SV 92" in der 1. Pokal-Runde und dem 1:0 gegen den Landesligisten "Traber FC" in der 2. Runde war es soweit. Das Los hat entschieden: Der Traditionsverein "Tennis Borussia" gibt erstmals seine Visitenkarte am Breiten Luch ab. Mit etwa 350 zahlenden Zuschauern war dieses Spiel ein besonderer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Trotz der 9:0 Niederlage waren die Zuschauer und die Spieler von diesem Ereignis hoch begeistert. Allerdings stand es um das Pokalspiel im Vorfeld gar nicht so gut. Hierzu einen Bericht aus der Vereinszeitung "Blau-Weiss-Aktuell"
Liebe Zuschauer,
sicherlich werden Sie sich über den Termin auf einigen Ansetzungsplakaten und Ihren Eintrittskarten gewundert haben. Vor fünf Tagen erhielt der Vorstand von Blau-Weiss Hohenschönhausen die schriftliche Spielverlegung auf den heutigen Dienstag. Nach den Terminen 31.03., 30.03. und 10.04.1996 die vierte Neuansetzung!!! Innerhalb kürzester Zeit musste die Organisation für das Pokalspiel neu geplant werden. Leider wurde so die vorausgehende ehrenamtliche Tätigkeit "geohrfeigt". Bestehende Verträge mit diversen Lokalzeitungen, der Polizeidirektion und dem Bezirksamt Hohenschönhausen sowie zahlreichen Förderern mussten geändert werden. Der für unsere Verhältnisse hohe finanzielle Aufwand bedeutet für BWH einen herben Rückschlag. Die Werbetrommel wurde über verschiedene Tageszeitungen und Radiosender, dem 1A- und FAB-Fernsehen sowie Wurfsendungen spontan kräftig gerührt. Das größte Problem kommt jedoch auf unsere Mannschaft zu. Arbeitsbedingt können einige Aktive erst kurz vor Spielbeginn am Spielort erscheinen. Zwei Spieler verlegten Ihren Urlaub; erfahren nun erst nach der Ankunft in Berlin, dass die Begegnung gegen Tennis Borussia bereits Geschichte ist. So stehen dem Trainer, Heinz Brosy, einige Stammspieler nicht zur Verfügung. Sicherlich keine günstigen Voraussetzungen, dem großen Favoriten TeBe Paroli bieten zu können.
Redaktion: Ingo Büchner
Der FUWO-Bericht:
TORE: 0:1 (3.) Backasch, 0:2 (5.) Adler, 0:3 (48.) Mackel, 0:4 (53.) Rousajew, 0:5 (68.) Parlatan, 0:6 (73.) Rousajew, 0:7 (75.) Parlatan, 0:8 (81.) Rousajew, 0:9 (89.) Rousajew.
GELBE KARTEN: keine
BESTE SPIELER: St. Moritz, Gaertner, Hübner - Rousajew, Backasch.
Als die Borussen mit zwei Kopfballtoren schon nach fünf Minuten mit 2:0 führten, sah es nach einem Debakel für die ersatzgeschwächten Hohenschönhausener aus. Doch in der Folgezeit stand die Abwehr der Blau-Weißen, allen voran Torhüter Gaertner, der einige Male großartig bei Schüssen aus Nahdistanz parierte, und Libero Steffen Moritz, der häufig als Retter in letzter Not fungierte und zudem mit Übersicht und gutem Kopfballspiel auffiel. Da sich auch Hübner und Richter immer besser auf ihre Gegenspieler eingestellt hatten und jeder Blau-Weiße notfalls auch Abwehraufgaben übernahm, ging der B-Ligist mit einem respektablen Ergebnis in die Pause. Nach dem Wechsel ließen dann aber langsam die Kräfte bei den Platzbesitzern nach, schlichen sich auch Konzentrationsmängel bei den Blau-Weißen ein. Mit dem eingewechselten Rousajew wurde der Pokalverteidiger zudem torgefährlicher, so daß am Ende noch ein standesgemäßer Sieg heraussprang. Dennoch waren die rund 350 Zuschauer enttäuscht von der Leistung der "Veilchen" und ließen dies auch die Spieler mit einigen deutlichen Bemerkungen spüren. Ingo Büchner, Vorsitzender von Blau-Weiß Hohenschönhausen, nahm die Niederlage gelassen. "Wir wären sicherlich auch in Bestbesetzung gegen TeBe chancenlos gewesen", gab er nach dem Schlusspfiff zu, ärgerte sich aber immer noch ein wenig über die kurzfristige Verlegung der Partie. "Am 10. April hätten wir bestimmt noch 100 zahlende Zuschauer mehr gehabt." Dennoch waren die Blau-Weißen mit der Resonanz zufrieden. Bei zivilen Eintrittspreisen kam ein ordentlicher vierstelliger Betrag zusammen, aufgefüllt durch zusätzliche Einnahmen wie Bier- sowie Bockwurst- und Boulettenverkauf. Auch das liebevoll gestaltete Programmheft kam bei den Zuschauern gut an. Für den Klub aus der Kreisliga B war es jedenfalls das "Spiel des Jahres", für die Borussen nicht mehr als eine Pflichtübung.
Rainer Fritzsche (FUWO)